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Alec Bradley Black Market vs. Aging Room M 356

Zwei neue und in den USA grad mächtig angesagten Zigarren sind nun auch hier in good old Germany erhältlich. Grund genug für uns, die beiden in einer Cigar Battle gegeneinander antreten zu lassen!

Der erste Kombattant ist die Alec Bradley ‚Black Market‘, eine bereits jetzt hochgelobte Honduranerin mit recht coolem Auftritt. Siehe Fotostrecke: [nggallery id=1] Sie ist die neueste Kreation des Amerikaners Alan Rubin, der die Marke Alec Bradley übrigens nach den Vornamen seiner beiden Söhnen benannt hat. Dass Herr Rubin hervorragende Zigarren produzieren kann, beweist die Wahl der Alec Bradley Prensado Churchill zur ‚Zigarre des Jahres 2011‘ in der amerikanischen Zeitschrift Cigar Aficionado.

Die in Honduras handgemachte Black Market ist ein Blend aus Tabaken, die aus vier verschiedenen Ländern stammen: Nicaragua, Sumatra, Honduras und – man höre und staune – Panama. In Deutschland sind vier allesamt großkalibrige Formate für 6-7 EUR erhältlich. Details zu den Formaten findet ihr in der Fotostrecke. Ich habe mich für diesen Test für das dickste Mädchen der Familie entschieden: Die Gordo mit 24 mm Durchmesser und 153 mm Länge. Gespannt und voller Vorfreude ich bin!

Der starke Gegner in der anderen Ringecke: Die ‚Aging Room M 356‘ aus der Dominikanischen Republik. Hier die Fotostrecke: [nggallery id=2]Im Jahr 2011 wurde sie von der amerikanischen Zeitschrift Cigar Aficionado zu den Top 25 Zigarren gewählt. Die Aging Room M 356 ist eine Puro Dominicana, das heißt, alle verwendeten Tabake stammen aus der Dominikanischen Republik und werden auch dort zur Zigarre weiter verarbeitet. Fürs Tasting habe ich eine Rondo erstanden, ein Toro-Format mit 21 mm Durchmesser und ca. 150 mm Länge. Preis: 8 EUR.

Und hier noch die Vorstellung der Aging Room M 356 durch den stolzen Hersteller Oliveros:

Let’s get ready tooooooo rumble!

Runde 1: Verarbeitung & Erscheinungsbild

Black Market: Sehr gleichmäßig dunkelbraunes, ganz leicht öliges Deckblatt. Erkennbare Blattadern, tadellose Verarbeitung & Zustand der ganzen Zigarre. Gleichmäßig geformt, sehr fest gerollt. Wow. 20 von 20 Punkten.

Aging Room: Das Deckblatt zeigt ein etwas helleres Braun, ist etwas gesprenkelt. Feine Blattadern. Ebenso fest gerollt wie die Black Market, ebenso tadellose Verarbeitung & Zustand! 20 von 20 Punkten.

Beide Zigarren sind absolut perfekt verarbeitet, und präsentieren sich in Bestform. Chapeau! Die erste Runde zeigt noch keinen Favoriten…

Runde 2: Das Tabakaroma vor dem Anzünden

Black Market: Am Fuß süßliche Holz- und Erdnoten. Deckblatt: Sehr angenehmer und intensiver Tabakduft. Etwas Süße, Schokolade, Wiesen- oder Heuduft, weiß nicht genau. 7 von 10 Punkten.

Aging Room: Am Fuß Rosinenduft, süßlich, vergorene Früchte. Deckblatt: Süße setzt sich fort, Leder, wieder Trockenfrüchte, ich bilde mir ein, die lange Lagerungszeit riechen zu können. Also irgendwie homogen, ausgewogen. Echt interessant! Freu mich aufs Anzünden… 9 von 10 Punkten

Für meine Nase puncht die Aging Room in dieser Runde die Black Market auf die Matte. Aber es ist ein Duell auf hohem Niveau: Beide Zigarren riechen hervorragend, und machen Vorfreude aufs Genießen.

Runde 3: Der Geschmack

Black Market: Zündung 20:35 Uhr. Dauert ganz schön, bis man den Brummer ordentlich angezündet hat. Ganz zu Anfang dann angenehme Süße, aber deutlich weniger Rauch im Mund als bei diesem Format erwartet. Ein etwas unangenehmer scharfer Nachgeschmack hinten am Gaumen. Sehr gleichmäßiger Abbrand. Im zweiten Drittel dann ausgewogener, mehr Rauch, und vollerer Geschmack. Die leckere Süße ist immer dabei, schmeckt tatsächlich etwas nach Schokolade oder Karamell. Im letzten Drittel dann mit noch mehr Kraft. Jetzt schmeckt sie mir richtig lecker! Das Zeiteisen zeigt 22:20 Uhr, und es sind immer noch knappe 5 cm über. Nach 2,5 Stunden ists dann geschafft. 38 von 50 Punkten.

Aging Room: Am nächsten Abend entfacht, nimmt das Feuer sehr gut an. Start sehr würzig, Pfefferschärfe. Cremiger Rauch schon zu Beginn. Karamellaromen, glaub ich. Gefällt mir! Eigentlich keine große Weiterentwicklung im Verlauf, was ich aber nicht wirklich schlimm finde. Schmeckt schließlich joot. Rauchzeit ca. 2 Stunden. 40 von 50 Punkten.

Beide Zigarren sind lecker, keine Frage. Die Aging Room liegt für mich vorne, was vor allem den Anfangsproblemen der Black Market geschuldet ist. Beide finde ich übrigens eher kräftig, was aber nicht in die Bewertung mit einfließt – die Stärke ist schließlich sehr subjektiv und totale Geschmacksache.

Runde 4: Zug & Abbrand

Black Market: Angenehmer Zugwiderstand. Der Abbrand ist die ganze Zeit über gerade, die Asche hält sehr gut. Auch wenn man den Stumpen mal ein paar Minuten weglegt, kann man danach problemlos weiterrauchen. 20 von 20 Punkten.

Aging Room: Auf angenehme Weise unauffällig. Mittlerer Zugwiderstand, gleichmäßiger Abbrand. 20 von 20 Punkten.

Die flüssigen Begleiter

Aufgrund 30° Außentemperatur mit einem frischen Veltins begonnen. Die Kombination ist OK, aber kein Knaller. Umstieg auf den Lagavulin Distillers Edition 1994 – leckerst. Dieser schottische Whisky von der Isle of Islay passt einfach prima zu kräftigeren Zigarren. Der aufmerksame Leser dieses Blogs stellt jetzt fest dass das die gleichen Getränke sind wie zur Nicarao Especial Gordo, nun ja, meine Hausbar ist halt endlich… :-)

 

AND THE WINNER IS

Für mich die Aging Room M 356! Sowohl im Tabakaroma als auch im Geschmack war sie noch etwas ausgewogener und einfach leckerer als die Black Market. Das zeigt sich auch in meiner gourami Note. Alle Teilergebnisse zusammengerechnet hat die Aging Room einen Vorsprung von immerhin 4 Punkten… Zu Spitzennoten, also über 90 Punkte, konnte ich mich für beide nicht durchringen.

Bemerkenswert ist auf jeden Fall die handwerkliche Perfektion, mit der beide Zigarren hergestellt sind. Davon können sich zum Teil noch teurere Kubanerinnen mal ne Scheibe abschneiden!

 

Falls ihr die beiden Preziosen ebenfalls schon probiert habt oder es demnächst tun wollt: Immer her mit eurer Meinung!!

 

Ein Gedanke zu „Alec Bradley Black Market vs. Aging Room M 356

  1. UPDATE: Habe meine zweite Black Market in Rauch aufgehen lassen. Diesmal das dünnere Toro-Format.

    Liegt doch irgendwie relaxter im Mund. Die Verarbeitung ist ebenso tadellos wie die der Gordo.

    Anfänglich Pfefferschärfe, etwas unausgeglichener Geschmack, nach dem ersten Abaschen dann rund und lecker. Glaube, Schokolade rauszuschmecken. Ansonsten schön würzig, recht kräftig, aber nicht zu stark. Die Asche hält nicht besonders gut, ist zweimal im Ascher einfach abgefallen. Aber immerhin nicht auf die Butz…

    Das Toroformat gefällt mir auf jeden Fall besser als der dicke Brummer Gordo! Und für 6,50 EUR bietet der Stumpen ein prima PLV, wie ich finde.

    Einige Monate Lagerung würden bestimmt helfen, den Geschmack noch weiter abzurunden. Evtl. kauf ich mir noch eine Handvoll nach, um die These zu testen… :-)

    Dazu schmeckte mir übrigens ein lecker Grapapa aus Moscato-Trauben…

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